Archiv der Kategorie: Allgemein

Weihnachtsspeckabtanzen — Fleskedansen

Norweger sind sportlich und wollen es bleiben, also wird alljährlich der Weihnachtsspeck abgetanzt. Das nennt sich Fleskedansen. Mit unseren Akkordion-Club haben wir in Hafslo aufgespielt. Bei vielen guten, lautstarken Spielern macht es auch nichts, wenn da zwei Anfänger die falschen Tasten drücken. Unser Chef ist Sverre Volle, ein vitaler Endsiebziger. Das Reportoir war bunt, von Polka über Seemannslieder bis Twist und Schlager.

Sogndal Akkordion-Club

Sogndal Akkordion-Club

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Hatsuhi — Der erste Sonnenaufgang im neuen Jahr

Nach guter alter japanischer Tradition sind wir los in die Berge, um den ersten Sonnenaufgang des Jahres zu beobachten. Dabei konnten wir unsere Schneeschuhe ausprobieren. Ein großer Spaß, auch wenn wir uns verirrt haben (Wanderwege schlecht gekennzeichnet!) und ca. 4 Stunden durch dichtes Tann entlang steiler Abhänge absteigen mussten. Glücklicherweise noch vor Sonnenuntergang angekommen. Danach haben wir uns einen großen Eisbecher gegönnt.

Hatsuhi

Hatsuhi

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schnee4Gerade noch ins Bild geschafft!

Gandalf läßt grüßen

Wir waren gut beschäftigt in letzter Zeit. Aber nicht mit Arbeiten, sondern damit unsere schöne Gegend zu erkunden. Alles im Fußradius wohlbemerkt. Die folgenden Fotos sind von unserem Hausberg. Start aller Touren ist die Haustür und gleich um die Ecke gibt es einen Schleichweg in die Berge. Mittlerweile ist der Schnee geschmolzen und der Frühling hat auch in der Zone über der Baumgrenze Einzug gehalten. Innerhalb einer Woche sind die Bergseen nun Eisfrei und die Birkeninseln ergrünt. Es ist eine entrückte Welt, die sehr gut beschreibt, wie es uns hier geht: paradiesisch und alle Sorgen lösen sich auf wie Wolken nach einem warmen Regen. Achja! Auf einem Musikfestival waren wir auch. In Förde, das ist eine gute Autostunde entfernt. Das Auto war voller neuer Freunde und genauso angefüllt war der Tag mit bunter Musik aus aller Welt. Besonders schön war das Konzert, Chopin trifft Dorfmusiker — Variationen zur Mazurka. Der ganze Saal war am Tanzen, obwohl man doch Stühle hingestellt hatte.

Gandalf läßt grüßen!

Gandalf läßt grüßen!

Ein zukünftiger Kochlöffel

Ein zukünftiger Kochlöffel

Auf Tour mit Marta aus Polen. Aber nicht die Marta aus Gdansk, sondern Marta aus Warschau.

Auf Tour mit Marta aus Polen. Aber nicht die Marta aus Gdansk, sondern Marta aus Warschau.

Die Schafe erobern die höheren Lagen.

Die Schafe erobern die höheren Lagen.

Weltmusikfestival in Förde. Freies Frühstück für alle im Park.

Weltmusikfestival in Förde. Freies Frühstück für alle im Park.

Chopin trifft Dorfmusiker

Chopin trifft Dorfmusiker

Das Leben im Baum erwacht. Kodama!

Das Leben im Baum erwacht. Kodama!

Blütenpracht für Wochen

Blütenpracht für Wochen

Frühling in hohen Berglagen

Frühling in hohen Berglagen

Frühling in hohen Berglagen

Frühling in hohen Berglagen

Frühling in hohen Berglagen

Frühling in hohen Berglagen

Der letzte Schnee schmilzt. Vier Wochen später in diesem Jahr.

Der letzte Schnee schmilzt. Vier Wochen später in diesem Jahr.

Schnelles Panorama. Pixelarbeit ist auf später verschoben.

Schnelles Panorama. Pixelarbeit ist auf später verschoben.

Unser Hausberg der Nuken mit 919 m.

Unser Hausberg der Nuken mit 919 m.

Auf du und du mit den Nachbarn

Fast hinfällig ist die Redensart „Auf Du und Du“, wenn das „Sie“ weiter so zerbröselt. Aber auf „Du und Du“ sind wir hier mit ner ganzen Menge an Tieren, denn sie sind unsere nächsten Nachbarn. Auf fünf Norweger kommt etwa ein Haustier: norwegisches Rotvieh, Schafe, Ziegen und Hühner vor allem. Da außerdem wegen der Berge und des Wassers nur 5% der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, sind Haustiere omnipräsent. Lektion Nr. 1 für uns ist, dass es nicht Leithammel, sondern Läuthammel heißen muss. Aber auch hier zeigt sich Norwegen sehr demokratisch und verpasst fast allen Tieren ein Glöckchen. So bimmelt es zart, wenn sie sich durch das Heideland fressen oder über Steine springen. Im Fjord waren die Schafe noch nicht schwimmen, der ist mit 5-10 Grad auch noch etwas zu kalt. Auch die Sommerweide ist noch nicht dran, denn sie liegt nach einem sehr, sehr schneereichen Winter noch tief verschneit.

Der Norweger sagt ebenfalls „dumm wie ein Schaf“, allerdings zeigt etwas stöbern im Netz, dass Schafe wohl erst seit 1800 dumm-gezüchtet werden. Die neuen Sorten haben alle weniger Hirnkapazität und weniger ausgeprägte Überlebensinstinkte. Wenn man so will, ist das auch wieder ausgleichende Gerechtigkeit für die paar Wölfe, Rotluchse und Steinadler, die jährlich ein paar hundert Schafe in Norwegen reißen. Aber die alten Sorten, auch „wilde Schafe“ genannt, sind wieder en-vogue. Das hat auch damit zu tun, dass nur sie zwei klar unterscheidbare Wollen aufweisen. Die im innern – weich und warm – ist perfekt für kuschlige Wäsche und die außen, da robust und wasserabweisend, wurde zum Beispiel für wikingische Schiffssegel verwendet. Immerhin ist Norwegen seit der Steinzeit besiedelt, wovon zum Beispiel landwirtschaftliche Steinzeichnungen zeugen.

Die Landwirtschaft von Norwegen gehört zu einer der weltweit am stärksten subventionierten, neben Japan, Island und der Schweiz. Dies war und ist auch einer der Gründe, warum Norwegen nicht EU Mitglied werden will. 60% beträgt die Subventionsrate, sie geht vor allem in den Erhalt der Kulturlandschaft. Die Tiere werden sozusagen als Mähdrescher und Landschaftspfleger eingesetzt. Norwegen will sich möglichst weitgehend selbst versorgen können. Daher gibt es auch seit jahrzehnten ein sogenanntes „Gleichstellungsgesetz“. Es garantiert, dass das Einkommen aus der Landwirtschaft mit dem anderer Berufsgruppen vergleichbar ist, vor allem kleine Betriebe profitieren. Unter unseren Kollegen in der Uni sind daher sehr viele auch Teilzeitbauern, oder Teilzeitforscher – wie man es eben sehen will. Leider entspricht das erschwingliche Käseangebot der gefühlten Menge an Tieren nicht. Da schauen wir in einem späteren Beitrag noch einmal genauer drauf.

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Es gibt wichtigeres als nett in die Kamera zu lächeln.

Es gibt wichtigeres als nett in die Kamera zu lächeln.

Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure)

Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure) Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure)

Packen für Norwegen

… doch eigentlich wär‘ ich grad lieber hier. Morgen geht es los. Mit dem tschechischen Nachtbus von Berlin nach Oslo über Rostock, Gedser, Kopenhagen und Göteborg. Von Oslo dann wieder per Bus oder Zug – mal schaun, was wir bekommen, Richtung Sogndal. Dort wird nun unsere neue Heimat, am längsten Fjord von Norwegen, der oberhalb von Bergen beginnt. Wir werden berichten.

Achja, die Zamami-Insel

Achja, die Zamami-Insel

Okinawa – Japans kaum bekannter tropischer Schatz

So titelt Euronews und sendet einen Filmbeitrag über Japan auf der ITB. Das bemerkenswerte ist, dass der Präfektur Okinawa dabei der Löwenanteil an Zeit eingeräumt wird, denn das subtropische Inselparadies mit seinen Kultur- und Naturschätzen wird gern nur am Rande erwähnt. Das betrifft auch die aktuellen Auseinandersetzungen um den Neubau einer weiteren US-amerikanischen Militärbasis genau dort, wo der Yanbaru-Dschungel sich erstreckt und dort, wo die seltene Dugong-Seekuh gemächlich im Meer schwimmt.

Der friedliche Protest am 1. März endete mit Verhaftungen unter mysteriösen Umständen. Hier ein Artikel in der Japantimes und ein übersetztes Zitat daraus: „Kandidaten, die sich gegen den Henoko-Plan ausgesprochen haben, haben in den drei vergangenen Wahlen gewonnen – die Wahl des Bürgermeisters von Nago im Januar letzten Jahres, die Gouverneurs-Wahl im November und die Wahl des Repräsentanten im Unterhaus im Dezember.“ Es ist ein politisches Trauerspiel.

Von rechts nach links: Kazuya, Yoko, August, Akino, Jana

Von rechts nach links: Kazuya, Yoko, August, Akino, Jana

Gestern nun ging die Internationale Tourismusbörse in Berlin zu Ende. Wir haben die Tourismusbehörde von Okinawa unterstützt, die dieses Mal einen eigenen Stand hatte. Die Arbeit hat uns sehr viel Vergnügen bereitet – wir haben von Okinawa geschwärmt, geschwatzt, gesungen und Sanshin geübt. Die GEMA kam natürlich kontrollieren – doch Volksliedschätze, so flott sie auch sein mögen, fallen zum Glück nicht unter die Abgabepflicht. Zum Schmunzeln brachte uns zu beobachten, wie man auf Okinawa Business macht – ganz in bunt-gelassener Manier wie sich auch die Inseln geben. Auf dem Foto sieht man unseren Chef Kazu-san in freundlich-gemacher Aktion.

Ein Renner war sicherlich das kleine Flakon mit Sternensand von Okinawas Stränden. Genauer gesagt handelt es sich dabei nicht um Silizium-Verbindungen, sondern um sternenförmige Gebilde, die auf Kalziumcarbonat basieren. Der Sternensand besteht nämlich aus Millionen Jahre alten Einzellern, sogenannten Foraminiferen oder Kammerlingen. Diese Fossilien werden in beständiger Regelmäßigkeit an den Strand gespült und zeigen selbst nach so langer Zeit ihre grazile Sternenform. Mit ihrer Hilfe kann man gut das Alter von Gesteinsschichten bestimmen, weshalb sie zu den Leitfossilien gezählt werden. Der Wikipedia-Eintrag dazu ist sehr illustrativ, wir lernen nie aus!

Sternensand: Eine gute Geschichte bannt noch jeden.

Sternensand: Eine gute Geschichte bannt noch jeden.

Goldene Diamanten

Im Süden von Kansai liegt die Region Wakayama. Die bergige Gegend ist eines der drei wichtigsten Anbaugebiete von Mandarinen in Japan. Wakayama profitiert von der Meeresströmung Kuroshio, die warmes Wasser von den Philippinen an Japans Ostküste bringt. Mildes Wetter, steiniger Boden und Hanglage sind perfekte Voraussetzungen, um Mandarinen anzubauen. Wer denkt da nicht sofort an Weingärten? Der Mandarinenzüchter jedenfalls spricht von den „drei Sonnen“, die für den Anbau benötigt werden: die Sonne am Himmel, die Sonne, die vom Wasser reflektiert wird und die Sonne, die die Steinmauern in den Mandarinenhainen erwärmt. Die Vielfalt an Zitrusfrüchten in Japan ist groß, von den 900 weltweiten Sorten gibt es in Japan um die einhundert. Satsuma, Tankan, Juzu und Shikuwasa sind allesamt sehr aromatisch und in der japanischen Küche nicht wegzudenken.

Mandarinen spielen auch in den Saigoku-Tempeln eine große Rolle. So sind sie eine typische Opfergabe für den Altar. Die Tempellegende des Kimii-dera in der Stadt Wakayama (Tempel Nr. 2 des Saigoku-Pilgerwegs) erzählt außerdem die Erfolgsgeschichte des Herrn Bunzaemon Kinokuniya, dem es mit einer riskanten Spekulation in einer stürmischen Winternacht gelang, die „goldenen Diamanten“ in zig klimpernde Taler umzuwandeln. Der Geschäftsmann machte ein Vermögen und wurde zu einem der reichsten Kaufleute Japans.

Orangen im Tempel

Orangen im Tempel