Archiv der Kategorie: Spanien

Sonnenschein in Valencia

Nachdem der Himmel gestern den ganzen Tag von unserem Missgeschick tief gerührt war, strahlte heute morgen wieder die Sonne ins Zimmer. Weiterhin spendiert uns die Hanjin San Diego einen Tag Stadtbummeln in Valencia, denn wir sollen erst am späten Abend im Hafen aufkreuzen. Prima.

Valencia ist ein eindrucksvolle Stadt, nicht nur wegen der marmorierten Bürgersteige. Wer hat, der hat. Es gibt unzählige Gassen und verwinkelte Straßen: rausgeputzte, mit Touristen oder Müll vollgestopfte, von Bauzäunen verstellte, mit Blumentöpfen oder Kacheln geschmückt. Wohin man blickt filigrane Steinmetzarbeiten. Als römische Kolonie gegründet, kann Valencia mal eben auf mehr als 2000 Jahre Geschichte zurück blicken. Erst tauchten die Römer auf, dann kamen die Westgoten. Die gaben den Mauren die Tür in die Hand und schließlich drehten die Spanier den Spieß wieder um. Heute leben mehr als eine Million Leute in und um die Stadt.

Person des Tages: Tatar Aljoscha – als solcher betitelt von seinem Vater, weil der freche Kerl im Park auf eine Mandarine trampelt statt die hübschen Bäume zu bestaunen.

Zahl des Tages: 7 von 1057 – Anzahl der Arbeits-Emails, die über Nacht vom Webserver auf die Festplatte gemeißelt

Barcelona bei Nacht

Neun dreiviertel Stunden braucht man nur von Frankfurt nach Barcelona per Zug: umsteigen in Paris, Flamingos zuwinken in Narbonne, auf die andere Spurbreite wechseln in Figueras und schon ist man im Hauptbahnhof der Hauptstadt von Katolonien. Mein Katalonien! George Orwell läßt grüßen. Doch es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Wir verbringen die Nacht auf der Polizeiwache in einem Vorort, der sich gerade in ein Geschäftsviertel umbaut. Denn an der Rezpetion beim Anmelden im Viersterne-Hotel sind plötzlich nur noch drei von vier Rucksäcken da. Es fehlt der von National Geographic. Der mit der neuen Kamera, deren Wert sich immerhin noch in Zahlen ausdrücken lässt. Schmerzhafter ist der Verlust der Fahrerlaubnis, des Arbeitslaptops und meiner Stiftefedertasche mit meinem geliebten Füllfederhalter und den Aquarellmalstiften. Die vielen Bücher, die wir lesen wollten, sind auch weg. Reisen mit Erich Kästner – der Mensch ist gut, da gibt es nichts zu lachen! – und die Früchte des Zorns, zum Beispiel. Doch wem nützt der? Hoffen wir, dass die Dinge jetzt wenigstens weiter verwendet und nicht weg geschmissen werden. Schauen wir mal, was wir wie ersetzen können. Jetzt brauchen wir erstmal einen Kaffee und was zwischen die Zähne. So long.

Nachtrag zu Montag:

  • Wort des Tages: Druckfreigabe – unser Buch wird gedruckt während wir unterwegs sind.
  • Zahl des Tages: 111 – Nummer des Sitzplatzes im Zug, den ein Reisender trotz Reservierung nicht in Anspruch nehmen wollte, weil wir so „verträumt“ in den Sesseln fleezten.

Der Polizeireport geht auf Reisen