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Die Insel San Giorgio Maggiore

In der Silberstadt

Der Zug ist pünktlich abends um 22 Uhr in Venedig. Wir lassen uns im Strom der Touristen zur nächsten Pizzeria treiben. Mit dem Hotel haben wir Glück. Wir finden in unmittelbarer Nähe vom Bahnhof ein fantastisches Zwei-Sterne-Hotel, inkl. Frühstück kostet uns die Übernachtung nur 95 Eur. Das ist ein Schnäppchen. Geschmackvoll restauriert und eingerichtet ist es auch noch, daher machen wir mal Werbung: http://www.venicehoteladriatico.com/de/

Wenn man durch Venedig spaziert oder mit dem Wasserbus, dem einzigen motorisierten Verkehrsmittel, durch die Kanäle fährt, fühlt man sich tatsächlich wie im Märchen. Jetzt wird klar, woher Michael Ende seine Ideen für die Silberstadt in der Unendlichen Geschichte hat. Das Wasser ist milchig-türkis, die Häuser mit hübschen Details versehen und nirgends stört hässlicher Autoverkehr. Fahrradfahrer gibt es übrigens auch nicht, es gäbe auch kein Durchkommen aus den vor Menschen überquillenden Straßen. Der Eindruck von der Stadt aus dem Fernsehen, etwa von Donna Leon oder der gleichen, täuscht stark. Denn man denkt, dass es nur hier und da ein paar Kanäle gibt, im Prinzip nicht viel anders als ein typischer Fluss, der eben durch eine Stadt fließt. Stattdessen ist die ganze Stadt tatsächlich von Kanälen durchschnitten und ein Rüberkommen ist oft nur per Schiffchen möglich. Erstaunlich, wie das organisatorisch so funktioniert. Immerhin müssen alle Waren transportiert werden. Brot, Wein, Gemüse, Waschmittel, alles, was in den Läden verkauft wird usw. Freiheit und Unabhängigkeit sind offenbar gutes Schmiermittel für reibungslose organisatorische Abläufe.

Die nächsten Tage verbringen wir hauptsächlich auf der Insel San Giorgio Maggiore, die direkt gegenüber vom Marcus-Platz liegt. Darauf gibt es ein altes Benediktinerkloster mit herrlichem Kreuzgang. Die Kirche ist übrigens das Alterswerk von Andrea Paladio, dem Architekten der Architekten.