Archiv der Kategorie: Essen und Trinken

Raumschiff OIST / Spaceship OIST

Heimkino am OIST, dem Okinawa Institute of Science and Technology. Bewohne ein großzügiges Apartment with herrlichem Blick auf den Sonnenuntergang. Mal alles in schwarz-gelb statt in blau-grün Schattierungen. Der Weltraum, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 2016 als das von Captain Valeria J. Schwanitz kommandierte Föderationsraumschiff über die Welt im Jahr 2050 philosophiert … Halte einen Vortrag, siehe Flurgang. Verkehrte Welt: August ist ne Mohrruebe und ich trinke ein Bierchen. Treffen mit Takako, Claus, Minako und Fam. Sakihara. Mein Sanshin-Lehrer.

Home cinema @ OIST — Okinawan Institute of Science and Technology. I am living in a luxury apartment with sunset view. Now everything in shades of black-orange instead of blue-green. Space, the final Frontier, we write the year 2016 as the by Captain Valeria J. Schwanitz commanded Federation Starship Titan is philosophizing about the year 2050 … I give a lecture (refer to the corridor picture). World up-side-down: August eats a carrot and me drinking a beer 🙂 An evening with Takako, Claus, Minako and fam. Sakihara, my sanshin teacher.

OISTでのパーティーの後、先週から沖縄入りしてるお友達のお部屋へ。
読谷に住むピアノを教えるドイツ人ご夫婦、三線のうちなーんちゅ先生にであるファミリーとウチナーミュージック堪能しました。やなさん、前に沖縄からドイツに戻るときに買いたての三線持って、ディライツにきてくれたんですが、
その時はほとんど三線は弾けなかったのに、この1年で、すごく、上手になっていました。すごいよ~やなさん!
沖縄が好きで沖縄の旅行本をドイツ語で書いたり、こうして沖縄で研究職を見つけてまた来てるし~(笑)
今のおうちはノルウェーに主に住んでますが、ここ数ヶ月は沖縄です。
やりたいことを楽しみならが追いかける姿はすごい。励まされます。
また~沖縄にいる間、遊んでね~。

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Besuch auf dem lokalen Markt. Die Ausbeute von links vorn nach hinten rechts: Bittergurke namens Goya, Drachenfrucht-Saft, Papaya, violette Suesskartoffel, Tofuquark, Ingwer, Shikuwasa-Limononen, Haferkornbrot, Avocado, Goabohne, Okura-Schoten, Khaki-Frucht und Shimeji-Pilze. Guten Appetit! Und daraus das Abendbrot: geduenstete Goyabohnen mit Shimeji-Pilzen und Tofu plus Ingwer. Khaki, Drachenfrucht-Dessert und Brot.

Visiting the local farmers market, getting from left front to right back: bittergourd goya, dragon fruit juice, papaya, purple sweet potato, tofu cheese, ginger, shikuwasa lemon, oatmeal bread, avocado, goa bean, okura beans, persimmon, and shimeji mushrooms. Bon appetit! And dinner: braised goyabeans, shimeji mushrooms, tofu and ginger. Dragonfruit dessert, persimmon, and bread.

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Essen ist Medizin

Essen ist Medizin

Wiedersehen mit Freunden! / Reunion with Friends!

Was ist eine drei-faltige Reinigung? Ankommen in Okinawa, ein heißes japanisches Bad nehmen und bei Sanshin-Musik die Reise Revue passieren lassen.16 Tage von Sogndal Haustür bis Rakuchin Bad in Naha.

Okinawa. Wiedersehen mit Freunden (auf dem Oktoberfest bei 35 Grad). Alle Wohlauf! Wiedersehen mit Plätzen. Kein Kijimuna-Geist im Banyan-Baum. Aber dafür weise Wort auf Uchinaguchi (Sprache auf der Hauptinsel Okinawa und muss daher ins Japanische übersetzt werden.). Weisheit zu Herzen genommen und bei Sonnenuntergang am Strand geübt. Ein herrlicher Sonntag!

What is triune cleansing? Arriving in Okinawa, taking a hot Japanese bath and letting the travels pass by once again while listening to Sanshin music. 16 days from the door in Sogndal to the bath in Rakuchin, Naha.

Okinawa. Reunion with friends (at October Festival, 35 degrees plus). All are fine! Reunion with places. Ghost Kijimuna not found at Banyan tree. Wise words found instead. Note they are in the local language called Uchinaguchi and therefore need to be translated into Japanese. Taking the wisdom to my heart and practicing sanshin at the beach. Great Sunday!

Thank you for the yummy lunch and nice oishi coffee (*^^*) 
いつも楽しくて、ディープで、笑いの絶えないお話しいっぱい❗ ヤナさん、ありがとう?

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Wiedersehen mit Freunden!

Wiedersehen mit Freunden!

Auf’s neue mit der Transsib nach Okinawa / Once more by Transsiberian to Japan

Tiger auf dem Weg. Woran merkt man, dass es ostwärts geht? Der Buchweizenanteil im Essen steigt und zum Frühstück gibt es Kascha. Gut zu wissen auch, dass ich weiterhin gut auf dem Schiffsboden schlafen kann. Dem Morgen graut und Turku ist in Sicht.

From Tiger to Tiger. Greeting will be forwarded. How do you know that you are approaching the east? Buckweat content in your food increases and you get Kascha for breakfast. Good to know that I still sleep well on the floor. Approaching Turku, the sun breaks through the clouds.

Von Sognal nach Oslo mit dem Bus

Von Sognal nach Oslo mit dem Bus

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Einen Gruß aus Estland schickt mir das finnische Frühstücksbufet, denn es gibt Kama 🙂 Das ist geröstetes Mehl, Erbsen und Bohnenpulver, das man in Yoghurt oder Sahne rühren kann. Die finnische Variante namens Talkkuna ist etwas feiner und schmeckt weniger stark geröstet, genaueres konnte auch der Kellner nicht rausfinden. Dennoch gutes Karma ist gewiss, da jedes noch so knurrige Rrrrr nach so einem guten Frühstück verschwindet.

Estonia sends its regards from the Finish breakfast buffet since I get Kama :)This is a brose consisting of different kinds of grinned and roasted flour or beans that can be mixed into yoghurt or cream. The variant from Finland named Talkkuna is as delicious as the Estonian, yet finer and less roasted. The exact mixture was not known to the waiter, though. Anyway, good Karma is granted for the day, because it shoos away all remaining morning Rrrrrrr.

Kama or Talkkuna?

Kama or Talkkuna?
Marit says both kama and talkkuna come from Russian – komý (dialect word for plural of pastry/bread/pancakes) and toloknó (dry-roasted oatmeal or barleymeal). Head isu!

Helsinki, die Schöne bei herrlichem Herbstwetter. Spaziergang mit Rosemarie. Ein Jahr später nach unserem zufälligen Treffen im Flüchtlingschaos.

Helsinki, the beauty. Walking with Rosemarie one year after having met coincidentally in the train with many, many stranded refugees.

Helsinki, die Schöne. Helsinki the beauty!

Helsinki, die Schöne. Helsinki the beauty!

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Theaterabend in Moskau. Jean Genet „Die Zofen“ inszeniert als Tanzdrama durch das Roman-Viktyuk-Theater. Seinerseits übrigens in Polen geborener Ukrainer, hoch verehrt sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Alle Rollen von Männern gespielt. Faszinierende Körperbeherrschung. Am Ende gab es Rosen und Schokolade vom Publikum. Das Stück läuft seit 1988. Die Neuigkeit des Tages: nein, ich bin nicht in Disneyland. Sondern in Moskau am Verlagsgebäude der Zeitung „Isvestia“. Moskau kann nicht nur auf Zuckerbäcker, sondern auch herrlich häßlich.

An evening in the theater in Moscow. Jean Genet „The Maids“ as a dance drama performed by the Roman-Viktyuk-Theater. Viktyuk is an Ukrainian born in Poland, who is highly esteemed in Ukraine and Russia. All roles played by men. Their body control was amazing and in the end they got roses and chocolate from the audience. The piece is running since 1988. News of the day? No, I am not in Disneyland but in Moscow close to the publishing house of the newspaper „Isvestia“. Still, besides being capable of delivering the gingerbread style perfectly, Moscow masters the art of ugliness, too.

Moskau, die ...?! Moscow, the ...?!

Moskau, die …?! Moscow, the …?!

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Moskau — Wladiwostok, wieder unterwegs und Glück mit der fabelhaften Mitfahrerin aus Augsburg. Was für ein Spass!

Again on the train from Moscow to Wladiwostok and lucky with my companion from Augsburg. We had fun!

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Transsib Oktober 2016

Bekanntschaft aus Augsburg :)

Bekanntschaft aus Augsburg 🙂

Schätze bergen in — genau — Bergen

Ein Wochenende in Bergen, Ingo ist auch dabei. Wie schön! Der Ausflug war vollgestopft mit interessanten Dingen. Zunächst ging es per Schnellfähre am frühen Freitag von Sogndal in die alte Hansestadt. In vier Stunden ist man von Haustür zu Hoteltür. Ein bisschen spazieren in den schönen Jugendstilvierteln, abends in die Oper. Ein Mittsommernachtstraum von Benjamin Brittan. Das Bühnenbild war grandios (gesungen ha’m se ooch toll). Daher schmücken wir den Blog mal mit fremden Federn, um es in optischer Erinnerung zu halten. Selbstverständlich stören wir keine Aufführung durch Mitschnitte oder Geknipse. Am nächsten Tag stand ein Ausbruch auf dem Plan. Allerdings haben wir vergeblich versucht, den schwarzen Zauberer zu besiegen. Erst die Verlängerung um eine weitere Stunde brachte den Erfolg. Macht nichts, denn es war ein großer Rätselspaß. Weiterhin spazieren im schönen Bergen, Kinobesuch — Robert De Niro als Praktikant und das ganze heißt unverständlicherweise „Man lernt nie aus“, dabei erwies sich der Praktikant als Lehrer –, Besuch im alten Kontor der Hansestadt, im Stadtgeschichtemuseum, im Hanseviertelmuseum, in den alten Ratsräumen und außerdem haben wir Lappen, eine Art dicker Eierkuchenfladen, auf dem Bauernmarkt gegessen. Fisch und Chips dürfen nicht fehlen. Die Rückfahrt per Fähre war Brett- und Kartenspielzeit. Werden wir auf jeden Fall wiederholen. Bald ist auch Rätselraum Nr. 2 fertig, freuen uns darauf.

Bergen bei gelegentlichem Sonnenschein

Bergen bei gelegentlichem Sonnenschein — es ist die regenreichste Stadt Norwegens, wenn nicht gar Europas? Das sagt Wikipedia: Die Stadt ist mit ca. 2548 mm Niederschlag an 248 Regentagen im Jahr (Stand: 2005) die „regenreichste Großstadt Europas“..

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Ingo auf Besuch 🙂

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Ein Mittsommernachtstraum — Oper in der nationalen Grieg-Halle. Photo: Festival d’Aix-en-Provence 2015 (c) Patrick Berger/artcomart

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… schon allein das Bühnenbild! Es gab Szenenapplaus. Photo: Festival d’Aix-en-Provence 2015 (c) Patrick Berger/artcomart

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Vor dem Zimmer des schwarzen Zauberers, was drin ist, unterliegt strengster Geheimhaltung. Absolut empfehlenswert!

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Klar, wer die Leute sind …

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Im hanseatischen Handelskontor von Bergen, man denkt, gleich kommen drei Haselnüsse um die Ecke.

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Gehandelt wurde hier hauptsächlich Stockfisch, hergestellt aus Kabeljau, Schellfisch, Lump, Seelachs und Leng. Er war das Nordseeerdöl des Mittelalters. 3000 Tonnen pro Jahr wurden gehandelt, was etwa 80% des norwegischen Exportes ausmachte.

Äpfel und Schafe

Vergangenes Wochenende war Apfelernte bei Svein. Er ist Forscher und Bauer, keine ungewöhnliche Kombination in Norwegen. Äpfelpflücken ist ja auch eine Wissenschaft für sich. Sie werden auf kleinste schwarze Punkte untersucht, es könnten womöglich beginnende Pilz- oder Bakterieninfektionen sein und damit würden sie sich trotz Schneewittchenapfelaussehens nur für die Saftpresse qualifizieren. Die guten ins Töpfen und die immer noch guten ins Kröpfchen. Wir haben gut 1000 Kilo solcher und ebenso viel solcher geernet. Zur Stärkung gab es heißen, dicken Milchreis. Lecker! Fürs Protokoll: Die wichtigsten Apfelsorten in Norwegen sind Discovery und Gravenstein. Eigentlich ist es ungewöhnlich, dass so hoch im Norden die Äpfel noch reifen. Hier hilft das warme Wasser aus dem Fjord.

Apfelernte bei Svein

Apfelernte bei Svein

Willis Handschuhe im Einsatz

Willis Handschuhe im Einsatz

Am nächsten Tag waren dann die Schafe dran. Es ist Zeit für diese, von der Sommerweide heimzukehren. Die meisten Schafe schaffen das ganz von selbst, nur ein paar 15 trudelten noch verloren in den Bergen. Aber mit GPS. Das war dann sozusagen geocaching auf norwegisch. Andererseits schaffen es auch nicht alle Lämmer über den Sommer. Das gefährlichste ist ein Bakterium?, dass die Schafe vom Schwanz her auffrisst. Aber abstürzen kommt wohl selten vor. Da sind Touristen eindeutig die dümmeren. Und dabei hat die Menschheit sich doch bei der Schafszucht solche Mühe gegeben, den Intelligenzquotienten der Blöker zu reduzieren. Mit Ach und Krach haben wir dann 3 Schafe gefunden und sie auf die Winterweide bugisiert. Das machen wir nächstes Jahr wieder. Abends gab’s dann ein Nationalgericht: Schmorkohl mit Schaf. Aber noch von den alten. Die Schlachtsaison ist erst in ein paar Wochen.

Auf Schafssuche

Auf Schafssuche

Hoch auf den Berg

Hoch auf den Berg

... und gleich erstmal eine Pause am Rüsti.

… und gleich erstmal eine Pause am Rüsti.

... und Aussicht genießen

… und Aussicht genießen

Hier lebte mal eine Familie mit sieben Kindern. Dann sind sie nach Amerika ausgewandert wie so viele.

Hier lebte mal eine Familie mit sieben Kindern. Dann sind sie nach Amerika ausgewandert wie so viele.

Endlich finden wir ein Schaf!

Endlich finden wir ein Schaf!

Das Knistern der Plastetüte weckt ihre Neugier

Das Knistern der Plastetüte weckt ihre Neugier

Erntefreuden

Lange hatten wir keine Zeit, mal wieder was in unser Tagebuch zu kritzeln. Es war gut was los – der Sommer war voller Aktiväten. Wir hatten Besuch aus Rostock, Berlin, Stuttgart, Guben und Frankfurt. Wir waren in Lapeenranta auf einer Konferenz und haben was über Geoengineering erzählt, oder viel mehr darüber, warum man tunlichst die Finger von lassen sollte. Dann waren wir in Estland bei Marit und Marco, haben endlich den Suuuur Munamägi – den großen Eierberg erklommen, den höchsten Berg im Baltikum von 318 m (plus ein bisschen, wenn man dazu noch die Treppen vom Aussichtsturm erklimmt). Wir waren in Seen baden, haben den Seto beim Singen gelauscht, neue Brettspiele kennengelernt und einen Geburtstag gefeiert. In Luxemburg waren wir auch fix zwischendrin mit Zwischenstopp in Magdeburg bei Gabi und Willi (spannende Landmesse, Wigard-Boning-Langeweile, quasseln), Jenny und Martin (mit Mutti und Auto und viel zu wenig Zeit). Achja, und die Solvorn-Nipa haben wir erstiegen – ein herrlicher Ausblick mit Regenbogen über Solvorn war der Lohn.

Mit unseren Besuchern sind wir mehr (wegen bestem Wetter) oder weniger (wegen ungeplanter Blessuren) oft in den Bergen unterwegs gewesen. Der Gletscher – Flatbreen – war auch darunter. Bei Gelegenheit mehr. Am letzten Wochenende war Ernteeinsatz. Eli und Christian baten uns ihre Johannisbeeren (Ende September reif!), ihre Pflaumen und Sauerkirschen zum Plündern an. Das konnten wir plus Jan uns natürlich nicht entgehen lassen und rückten im Fußmarsch an (16 km von Sogndal bis Amla quer durch den Wald). Wir brauchten weitere Abende, um alles zu Saft, Marmelade, Gelee und Sirup zu verarbeiten. Die freitägige Waffelbackrunde konnten wir so auch bereichern. Morgen geht es zum Eintreiben der Schafe von den Bergen, immerhin zieht der Herbst nun ein. Heute windete es stark, das kommt hier nun wirklich selten vor. Wir werden berichten. Hoffentlich nicht erst wieder ein halbes Jahr später. Außerdem stehen jetzt ganz dringend ein paar Briefe an, die geschrieben werden wollen – 2x Potsdam, Berlin (Trolle!), Eberswalde und Aquastation Sogndal.

Erntehelfer (in der Mitte Großgrundbesitzer)

Erntehelfer (in der Mitte Großgrundbesitzer)

Kein Mundraub mehr!

Kein Mundraub mehr!

In Amla geht der Tag zu Ende

In Amla geht der Tag zu Ende

Sonntage sind zum Arbeiten da!

Sonntage sind zum Arbeiten da!

Herbst auf dem Fjell

Herbst auf dem Fjell

Regenbogen bei Solvorn

Regenbogen bei Solvorn

Auf du und du mit den Nachbarn

Fast hinfällig ist die Redensart „Auf Du und Du“, wenn das „Sie“ weiter so zerbröselt. Aber auf „Du und Du“ sind wir hier mit ner ganzen Menge an Tieren, denn sie sind unsere nächsten Nachbarn. Auf fünf Norweger kommt etwa ein Haustier: norwegisches Rotvieh, Schafe, Ziegen und Hühner vor allem. Da außerdem wegen der Berge und des Wassers nur 5% der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, sind Haustiere omnipräsent. Lektion Nr. 1 für uns ist, dass es nicht Leithammel, sondern Läuthammel heißen muss. Aber auch hier zeigt sich Norwegen sehr demokratisch und verpasst fast allen Tieren ein Glöckchen. So bimmelt es zart, wenn sie sich durch das Heideland fressen oder über Steine springen. Im Fjord waren die Schafe noch nicht schwimmen, der ist mit 5-10 Grad auch noch etwas zu kalt. Auch die Sommerweide ist noch nicht dran, denn sie liegt nach einem sehr, sehr schneereichen Winter noch tief verschneit.

Der Norweger sagt ebenfalls „dumm wie ein Schaf“, allerdings zeigt etwas stöbern im Netz, dass Schafe wohl erst seit 1800 dumm-gezüchtet werden. Die neuen Sorten haben alle weniger Hirnkapazität und weniger ausgeprägte Überlebensinstinkte. Wenn man so will, ist das auch wieder ausgleichende Gerechtigkeit für die paar Wölfe, Rotluchse und Steinadler, die jährlich ein paar hundert Schafe in Norwegen reißen. Aber die alten Sorten, auch „wilde Schafe“ genannt, sind wieder en-vogue. Das hat auch damit zu tun, dass nur sie zwei klar unterscheidbare Wollen aufweisen. Die im innern – weich und warm – ist perfekt für kuschlige Wäsche und die außen, da robust und wasserabweisend, wurde zum Beispiel für wikingische Schiffssegel verwendet. Immerhin ist Norwegen seit der Steinzeit besiedelt, wovon zum Beispiel landwirtschaftliche Steinzeichnungen zeugen.

Die Landwirtschaft von Norwegen gehört zu einer der weltweit am stärksten subventionierten, neben Japan, Island und der Schweiz. Dies war und ist auch einer der Gründe, warum Norwegen nicht EU Mitglied werden will. 60% beträgt die Subventionsrate, sie geht vor allem in den Erhalt der Kulturlandschaft. Die Tiere werden sozusagen als Mähdrescher und Landschaftspfleger eingesetzt. Norwegen will sich möglichst weitgehend selbst versorgen können. Daher gibt es auch seit jahrzehnten ein sogenanntes „Gleichstellungsgesetz“. Es garantiert, dass das Einkommen aus der Landwirtschaft mit dem anderer Berufsgruppen vergleichbar ist, vor allem kleine Betriebe profitieren. Unter unseren Kollegen in der Uni sind daher sehr viele auch Teilzeitbauern, oder Teilzeitforscher – wie man es eben sehen will. Leider entspricht das erschwingliche Käseangebot der gefühlten Menge an Tieren nicht. Da schauen wir in einem späteren Beitrag noch einmal genauer drauf.

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich!

Bitte recht freundlich! Bitte recht freundlich!

Es gibt wichtigeres als nett in die Kamera zu lächeln.

Es gibt wichtigeres als nett in die Kamera zu lächeln.

Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure)

Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure) Vegetarische Gaumenfreuden: Waldsauerklee mit Zitronenaroma (Oxalsäure)

Ohne Ach mit Krach

Am Samstag fand nun das Frühjahrsgalakonzert im Kulturhaus statt. Der örtliche Saftladenbesitzer in der vierten Generation fördert als eifriger Kulturmäzen u.a. die Unterhaltung des Lokalorchesters und die von Konzerten. Zwei Programmteile gab es: im ersten Laien und zweiten geladene Profis, nämlich das Orchester der königlichen Marine von Norwegen. Im ersten Teil war unser Chor (Songlag = Liederlager?) und das hiesige Orchester dabei. Die Leitung haben jeweils Profis, die in der Provinz „Sogn og Fjordane“ extra dafür angestellt sind, zu gleichen Teilen als Musikpädagogen und Solisten. Gute Sache.

Es gab ein Deja-vu mit dem Potsdamer Kuzechor. Das erste Lied, dass ich lernte, war nämlich wieder ein Lied, das zum Marsch bläst. Nur diesmal nicht aus revolutionären Zeiten Lateinamerikas, sondern es handelt sich um das Partisanenlied „Abschied der Slawin“ von 1912, das durch slawische Länder geistert und mal auf dem Weg war russische Nationalhymne zu werden. (Mehr Infos als auf der deutschen Wikipedia gibt es auf der russischen und englischen.) Na, die Schwierigkeit war jedenfalls, das Ganze basierend auf norwegischer Umschrift auf polnisch zu singen. Das zweite Lied, das wir mit dem Orchester aufführten, war „Merano“. Sehr lustig. Aus dem Musical „Chess“ geschrieben von den B’s aus ABBA. Sehr witziger Text und glänzende Musik (erinnert an den Film „Willkommen in Wellville“ mit Antony Hopkins als Dr. H. Kellogg). Aus sprachlicher Sicht ist das Singen dieses Liedes eine Herausforderung. Hier gibt’s eine Hörprobe aus dem Musical. Das dritte Lied, „Toreador“, ist wegen Erkrankung des Solisten ausgefallen. Beim vierten Lied handelte es sich um den Gefangenenchor aus Nabucco, allerdings auf norwegisch („Fangekor“). Alles lief glatt, wobei wir uns selbst kaum wegen des dominierenden Orchesters gehört haben.

Am nächsten Tag haben wir dann die Früchte der Sangesmühen eingefahren, denn netterweise hat der Marmeladen- und Safthersteller auch seine neueste Kreation zum Kosten verteilt: eine leckere Erdbeersoße, die wir dann mit unseren Plinsen auf der Sonntagswanderung vernascht haben. „Ekte vare smaker best“ – echte Ware schmeckt eben am besten. So auch der Werbespruch der Firma. Als Wanderung hatten wir uns wieder einen Rundweg aus dem Wandernetz „Folkesti“ (Volkssteige) gewählt. Erst gings eine Weile am Fjord mit schönen Wiesen lang und dann auf 400 m hoch mit herrlichen Ausblicken. Zwischendrin muss man immermal Tore passieren, denn sobald ein Stück Land nicht allzu steil ist, gehört es den Schafen als Weide. Doch über die Kulturlandschaft Norwegens berichten wir ein anderes Mal mehr.

Rundweg

Rundweg

Mechanismus: Wanderwege führen über Schafweiden

Mechanismus: Wanderwege führen über Schafweiden

Wikingerrelikt???

Wikingerrelikt???

Echte Ware schmeckt am besten!

Echte Ware schmeckt am besten!

Zum Weinen!

Alkohol ist bekanntlich in Skandinavien teuer. Hohe Steuern und fehlende Weinberge führen wohl dazu, dass man schon mal den doppelten Preis für eine Flasche Wein berappen muss. Also lassen sich die Norweger was einfallen und so gibt es jeden Freitag eine Weinlotterie. Man trifft sich ohnehin jeden Tag in einem schön gestalteten Raum, um gemeinsam am Butterbrot zu knabbern. Einmal wöchentlich spendiert der Staat auch Obst, um Vitamine und Zucker durch die vom Ski-fahren ausgemergelten Sportskörper zu schicken. Es lebe die Volksgesundheit! Aber wir wollten ja was zur Weinlotterie sagen. Die findet also freitags statt und das ist auch der Tag, wenn die Waffeleisen angeschmissen werden (jede Woche ist jemand anderes dran). Sind dann soweit alle da, geht die Geldkiste rum. Ein Los kostet 10 NOK (ca. 1.20 Eur), also nicht die Welt. Die Weinflaschen, meist ein Rot- und ein Weißwein stehen dann schon auf dem Tisch. Die Gewinner der letzten Runde spendieren den Wein für die nächste. Im Ausgleich bekommen sie die Einzahlungen ausgeschüttet. Gesagt getan und prompt gewonnen: eine Flasche Passolo Salento Rosso, Rocca 2013. Schaun wir mal, was diesen Freitag ausgeschüttet wird und ob es den Kauf einer neuen Flasche Wein deckt …

Der Wein kommt übrigens aus Süditalien und ist ein Verschnitt aus den Traubensorten Primitivo und Negroamaro. Während die Primitivo-Traube als Zinfandel in Kalifornien eine weite Verbreitung gefunden hat, ist die Negroamaro-Traube nur in Apulien, dem italiensichen Stiefelabsatz, zu Hause. Im Passolo hat man sie recht harmonisch kombiniert, wobei der Name von „Passola“, der italienischen Bezeichung für überreife Trauben herrührt, aus denen dieser Wein gekeltert wurde. Deutlich zu schmecken sind Aromen von Kirsche und schwarzer Johannisbeere. Fein, fein.

Ein Schlückchen Wein

Ein Schlückchen Wein und schon ist die Perspektive futsch!

 

 

Awamori und Daiko-Service

Heute waren wir eingeladen zur Besichtung einer Awamori-Brennerei. Das war sehr spannend und wir besuchten einen echten Tüftler. Die Brennerei befindet sich in einem 60 Jahre alten Haus, was an sich schon einen Seltenheitswert in Okinawa hat. Hinzukommt, dass der Besitzer Gefahr läuft, seine Brennerlaubnis an Ort und Stelle zu verlieren, falls er auf die Idee kommt, dass gute alte Haus zu renovieren. Die Gegend ist nämlich inzwischen ausschließlich für Wohnungen vorgesehen. Allerdings sympathisieren die Leute in der Umgebung mit dem Tüftler und nicht mit den japanischen Winkeladvokaten.

Die Zutaten von Awamori beschränken sich auf dreierlei: Wasser, Reis und schwarzen Schimmelpilz – Kouji. Verwendet wird dafür interessanterweise Reis aus Taiwan und nicht aus Japan. Das hat mit der Dicke der Körner und der Klebrigkeit zu tun – für eine gute Durchschimmelung kann man beides nicht gebrauchen. Wir hatten die Gelegenheit das Produkt der Vorgärung zu probieren, also das, was man in Deutschland (und auch in Okinawa) dann den Schweinen verfüttert. Die Masse hat noch kaum Alkoholgehalt und ist dafür mit sehr viel Ascorbinsäure angereichert – das Ganze hat eine Pudding-ähnliche Konsistenz und schmeckt ein wenig wie Zitronenschokolade, nämlich ausgesprochen lecker. Das Endprodukt haben wir auch verkostet – in mehreren Experimenten: nur Riechen, etwas Schmecken, mit Rosinen gekaut … Man muss sagen, dass guter Awamori wirklich weit weg ist von billigem Fusel, weich auf der Zunge liegt und nach Vanille duftet.

Awamori-Brennerei

Mit dem Präsidenten der Gesellschaft der ausländischen Freunde des Awamori besuchen wir eine Brennerei.

Auszeichnungen

Die Auszeichnungen sind einmal mehr Beweis für die Innovationskraft, die von alten Hütten ausgehen kann.

Die Vorgärung

Die Vorgärung. Es blubbert kräftig.

Rustikale Kneipe in Naha

Im Anschluss geht es in eine rustikale Kneipe in Naha.

Kein Taxi

Kein Taxi. Seitdem in Japan 0.0 Promille gilt und die Gastgeber für das Einhalten verantwortlich sind, hat sich eine neue Dienstleistung etabliert. Man ruft nicht das Taxi sondern ein „Daiko“ mit zwei Fahrern. Einer fährt das eigene Auto nach Hause und der andere fährt mit dem Daiko-Auto hinterher und sammelt den Fahrer dann wieder ein. So kommt man auch angesäuselt samt Auto wohlbehalten nach Hause.