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Auf dem Fischmarkt

Okinawa liegt am Meer, also würde man meinen, dass es eine große Rolle bei der Ernährung und im sonstigen Alltag spielt. Doch da gibt es einige Überraschungen. Die erstaunlichste ist wohl, dass Okinawaer nicht schwimmen oder tauchen, es sei denn sie sind noch unter 6 Jahren. Das Meer ist einfach zu gefährlich und vor allem mit 22 Grad im Winter viel zu kalt. Daher sind die Tauchgeschäfte in der Hand von Festlandjapanern, die sich eine goldene Nase an den Touristen verdienen können. Außerdem: Okinawaer haben traditionell kaum Fisch gegessen. Gut, es wurde hier und da geangelt, aber immer im sicheren Bereich der Lagune. Der Fisch wurde wenn dann gleich gebraten oder zu Fischkuchen verarbeitet – in den Subtropen verdirbt er sonst bekanntlich schneller als bei den Inuit. Das heißt auch, dass es keine Tradition des Walfischfanges auf Okinawa gibt. Dennoch wurde der Speiseplan mit Meeresfrüchten bereichert – man erntet(e) nämlich den Lagunenbereich. Dort gibt es Meeresalgen und Meereslattich in Hülle und Fülle. Der beliebteste Speisefisch heißt übrigens Gurukun und genauso wie er klingt, verhält er sich auch – er ringelt sich beim Braten zusammen.

Auf dem Fischmarkt

Auf dem Fischmarkt in Naha. Traditionell nahmen Fischspeisen nur einen kleinen Raum im Speiseplan ein. Auf dem Fischmarkt erhält man heute jedoch alle möglichen und unmöglichen Fische.

Kugelfisch

Kugelfisch

Meeresweintrauben

Umibudo ist eine regionale Köstlichkeit auf Okinawa. Botanisch heißt die Pflanze Caulerpa lentillifera, das ist nichts anderes als eine Grünalge. Das Geschmackserlebnis erinnert von Geschmack und Konsistenz her an Kaviar, wofür die kleinen am Algenstiel befindlichen Bläschen und der salzige Meergeschmack sorgen. Das Platzen der kleinen Kügelchen im Mund heißt lautmalerisch putschi-putschi.

Man isst die Meeresweintrauben pur, als Zutat bei Salaten oder auch zu einer Schale Reis mit rohem Fisch. Reich an Jod, Vitamin A und Vitamin C, sowie ungesätigten Fettsäuren bekommt das ganze auch noch eine gesundheitliche erfreuliche Note. Das passt gut in das allgemeine Ernährungskonzept Okinawas – man isst gern und vielseitig, aber folgt dem Prinzip „hara hachibu“ (Bauch zu 80% füllen) und „Essen ist Medizin und Medizin ist Essen“.

Meeresweintrauben

Meeresweintrauben