Archiv für den Monat: Juli 2012

Was bleibt II

Seit 1998 zieht es uns immer wieder für länger nach Japan. Warum? Weil einem dort zum Beispiel nicht folgendes passiert: Da waren wir mal eben Milch einkaufen und reihten uns in die Schlange im Gubener Kaufland ein. War langweilig, also mal fix etwas für Kultur und Sport gestiftet und einen Lottoschein ausgefüllt. Zurück an der Kasse war noch kein Durchkommen, also erstmal ein wenig in Gedanken verloren gewartet. Bis mich ein älterer Herr mit seinem Einkaufswagen aufschreckte: „Männer würden merken, dass sie im Weg stehen.“ Haste de Töne!
In Japan blieb uns mal wegen was anderem die Spucke weg. Wir waren unterwegs auf Shikokku, wie immer auf Bus und Bahn angewiesen. Oder eben auf einen freundlichen Autofahrer. Einmal hatten wir eine sehr unterhaltsame Fahrt von einem Dorf in Hinterpusemukel bis zum nächsten Bahnhof. Leider merkten wir erst im Zug, dass wir auf dem Rücksitz die Kamera hatten liegen lassen. Mist. Na gut, bad joss, Karma usw. Etwa vier Wochen später kam in der Uni in Uji, da wo wir gearbeitet hatten, ein Paket an. Da war die Kamera drin, sowie eine große, bunt verpackte Dose und ein Brief: „Er müsse sich entschuldigen, dass wir so lange haben auf unsere Kamera warten müssen. Es wäre jedoch nicht einfach gewesen, die Adresse herauszufinden. Er hätte erst das Hotel finden müssen, dass zu den Erlebnissen passte, von denen wir auf der Autofahrt berichtet hatten. Er sei froh, dass es ihm nun geglückt sei und seine Frau hätte zum Trost auch noch ein paar Kekse gebacken.“
Wir haben es nach 11 Jahren fleißiger Arbeit nun auch endlich gebacken bekommen: im August erscheint „Saigoku – Unterwegs in den westlichen Landen“. Wir hoffen mit unserem Buch Viele für fernöstliche Kultur und Geschichte interessieren zu können (Manpuku-Verlag).