Archiv für den Monat: Mai 2014

Yin und Yang im Dorchetal

Von Neuzelle nach Schenkendöbern auf Schusters Rappen macht 31 km. Es ging über Kumrow, die Schwerzkoer Mühle, durchs Dorchetal, am Gallensee und Göhlensee lang, vorban an den Dörfern Groß Drewitz, Lauschütz und Grano. Idylle pur und allerlei unglaubliche Entdeckungen: Biberbauten, Seeadler am Großen Kahntopp, Orchideenwiese mit Knabenkraut, Miesmuscheln am Gallensee, Fischreiher am Göhlensee. Doch in die Fotogallerie schaffen es zwei Kreise. Empfehlenswerte Wanderung, aber Proviant nicht vergessen, sonst ist Hunger und Durst der Ganztagsbegleiter. Bäcker und Kneipen waren auch annodazumal rar gesäht und sind heutzutage ohnehin geschlossen.

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Yin und Yang im Dorchetal

Yin und Yang im Dorchetal

Und noch ein altertümlicher Kreis

Und noch ein altertümlicher Kreis

Greenhörner in der Hohen Tatra

Ein paar Tage Gebirgsluft in der Hohen Tatra schnuppern, bekehrt uns zwar noch nicht, nun dem Extrembergsport anheim zu fallen, aber im Glauben gefestigt werden wir dennoch. Auf ganz andere Art und Weise. Das hat mit einer Umweltkatastrophe zu tun, die nun zehn Jahre her ist. 2004 wütete hier ein Orkan mit mehr als 200 Sachen auf den Südhängen des kleinsten Hochgebirges der Welt. Wortwörtlich knickten die Bäume – fast durchgängig dunkle, hohe Fichten – wie Streichhölzer um, was man noch heute sehen kann. Die Zerstörung hat enorme Ausmaße, 12000 Hektar Wald wurden entwurzelt.

Nun ist die Hohe Tatra ein Naturschutzgebiet und als solches, hat der Mensch sich auch im Katastrophenfall rauszuhalten. In den Kernzonen wurde also weder Totholz beseitigt, noch sonstwie aufgeräumt. Freie Fahrt für Feuer, Borkenkäfer und andere natürliche Veränderungsprozesse. In den Randzonen hat man sich nun von Fichtenmonokultur verabschiedet. Stattdessen werden in regelmäßigen Abständen Birken, Ebereschen, Tannen und vieles mehr gepflanzt. So durchmischt sich der Wald in Alter und Arten. Und was den Glauben angeht – gibt es eigentlich ein symphatischeres Wort als (für) „Nachhaltigkeit“?

Die Hohe Tatra

Die Hohe Tatra im Frühling

Hier wird manchmal weggeräumt

Hier wird manchmal weggeräumt

Hier spielt nur die Natur Mikado

Hier spielt nur die Natur Mikado

Altholz wegräumen erlaubt, neu pflanzen auch

In der Randzone ist das Wegräumen von Altholz erlaubt, neu geflanzt werden darf auch

Der Gingster und die Sandbüchse

Der wechselhafte und kühle Mai schiebt das Anbaden im Deulowitzer See weiter nach hinten, beschert uns jedoch mit herrlichen Licht- und Wolkenspielen. Um die Ecke steht der Ginster in voller Blüte. Wo er blüht ist Sauerland, also dem Boden fehlt Kalk. Wen wunderts, wohnen wir doch derzeit in der „Sandbüchse des heiligen römischen Reiches“ wie Lexika wissen lassen. Nun, was sie nicht wissen, ist woher der Name kommt. Es heißt nur „dunklen Ursprungs“.

Ginster

Ginster

Sandbüchse

Sandbüchse – im Hintergrund die Kaltenborner Berge mit Gipfel „Kahle Glatze“