Ohne Ach mit Krach

Am Samstag fand nun das Frühjahrsgalakonzert im Kulturhaus statt. Der örtliche Saftladenbesitzer in der vierten Generation fördert als eifriger Kulturmäzen u.a. die Unterhaltung des Lokalorchesters und die von Konzerten. Zwei Programmteile gab es: im ersten Laien und zweiten geladene Profis, nämlich das Orchester der königlichen Marine von Norwegen. Im ersten Teil war unser Chor (Songlag = Liederlager?) und das hiesige Orchester dabei. Die Leitung haben jeweils Profis, die in der Provinz „Sogn og Fjordane“ extra dafür angestellt sind, zu gleichen Teilen als Musikpädagogen und Solisten. Gute Sache.

Es gab ein Deja-vu mit dem Potsdamer Kuzechor. Das erste Lied, dass ich lernte, war nämlich wieder ein Lied, das zum Marsch bläst. Nur diesmal nicht aus revolutionären Zeiten Lateinamerikas, sondern es handelt sich um das Partisanenlied „Abschied der Slawin“ von 1912, das durch slawische Länder geistert und mal auf dem Weg war russische Nationalhymne zu werden. (Mehr Infos als auf der deutschen Wikipedia gibt es auf der russischen und englischen.) Na, die Schwierigkeit war jedenfalls, das Ganze basierend auf norwegischer Umschrift auf polnisch zu singen. Das zweite Lied, das wir mit dem Orchester aufführten, war „Merano“. Sehr lustig. Aus dem Musical „Chess“ geschrieben von den B’s aus ABBA. Sehr witziger Text und glänzende Musik (erinnert an den Film „Willkommen in Wellville“ mit Antony Hopkins als Dr. H. Kellogg). Aus sprachlicher Sicht ist das Singen dieses Liedes eine Herausforderung. Hier gibt’s eine Hörprobe aus dem Musical. Das dritte Lied, „Toreador“, ist wegen Erkrankung des Solisten ausgefallen. Beim vierten Lied handelte es sich um den Gefangenenchor aus Nabucco, allerdings auf norwegisch („Fangekor“). Alles lief glatt, wobei wir uns selbst kaum wegen des dominierenden Orchesters gehört haben.

Am nächsten Tag haben wir dann die Früchte der Sangesmühen eingefahren, denn netterweise hat der Marmeladen- und Safthersteller auch seine neueste Kreation zum Kosten verteilt: eine leckere Erdbeersoße, die wir dann mit unseren Plinsen auf der Sonntagswanderung vernascht haben. „Ekte vare smaker best“ – echte Ware schmeckt eben am besten. So auch der Werbespruch der Firma. Als Wanderung hatten wir uns wieder einen Rundweg aus dem Wandernetz „Folkesti“ (Volkssteige) gewählt. Erst gings eine Weile am Fjord mit schönen Wiesen lang und dann auf 400 m hoch mit herrlichen Ausblicken. Zwischendrin muss man immermal Tore passieren, denn sobald ein Stück Land nicht allzu steil ist, gehört es den Schafen als Weide. Doch über die Kulturlandschaft Norwegens berichten wir ein anderes Mal mehr.

Rundweg

Rundweg

Mechanismus: Wanderwege führen über Schafweiden

Mechanismus: Wanderwege führen über Schafweiden

Wikingerrelikt???

Wikingerrelikt???

Echte Ware schmeckt am besten!

Echte Ware schmeckt am besten!

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