Abraumhaldenforschung

Abraumhalde (die glatte Stufe) in schöner Landschaft

Abraumhalde in schöner Landschaft

Eine Abraumhalde ist nicht unbedingt etwas, was man zum Unesco-Weltnaturerbe erheben würde. In Norwegen gibt es etliche wegen der vielen Wasserkraftwerke, irgendwo muss der Abraum schließlich hin. Doch schöner unsere Städte und Gemeinden und so untersuchen Landschaftsökologen, wie die Halden (in denen übrigens nicht nur Abraum sondern auch mal eine entsorgte Lokomotive lauert) gemäß umlandlicher Kriterien verhübscht werden können. Doch bevor das geschehen kann, muss die Wissenschaft erstmal klären und verstehen, was und wie schnell auf einem Abraumhügel wächst. Gestern habe ich unsere Landschaftsökologen begleitet und erfahren, wie das funktioniert.

Schritt 1

Schritt 1: Begebe dich zur Abraumhalde — hier das Beispiel der von Øydalen. Trotze dem unablässigen Regen

Schritt 2

Schritt 2: Betrachte die Abraumhalde — sie passt ganz klar nicht in die Landschaft, denn sie ist anders, wenn du sie grob-vizuell anschaust …

Schritt 3

… sie ist anders, wenn du ihr lauschst …

Schritt 3

… sie unterscheidet sich von der Umgebung, wenn du in die Knie gehst und einzelne Pflanzen anschaust. (Aber der Geruch ist ähnlich, denn die grasenden Schafe kümmert die Unterschiede nicht.)

Schritt 4

Schritt 4: Beginne Musterquadrate abzustecken. Vor ein paar Jahren wurde die Gegend um die Halde gerastert: in 8 grobe Blöcke unterschiedlicher Lagen. Manche am Abhang, manche ebener, manche in Wassernähe und andere eher trocken. Die Blöcke liegen sowohl auf als auch außerhalb der Abraumhalde. Diese Blöcke wiederum sind in Quadrate aufgeteilt, wovon jeweils 3 als Musterstellen ausgewählt worden sind. Die Musterstellen sind 50 cm x 50 cm groß und mit kleinen Aluminiumröhrchen im Boden markiert. Das Metalllgitter auf dem Bild liegt auf einer Musterstelle, die sich ausserhalb der Abraumhalde befindet.

Schritt 5

Schritt 5: Finde die Nadel im Heuhaufen! Nach ein paar Jahren komme wieder in die Gegend und versuche, die Musterstelle wiederzufinden. Kein einfaches Unterfangen, denn die Aluminiummarkierungen (als auch die zusätzlichen Holzstäbe) sind inzwischen überwachsen oder zersetzt. Es ist die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen und selbst, wenn der Metalldetektor eine Fundstelle ausposaunt, ist das lange nicht das Ende der Geschichte.

Schritt 6

Schritt 6: Handarbeit ist gefragt! Gelegentlich sind die Markierungen auch weggespült, denn die Landschaft hält zum Wohle der Wissenschaft nicht still.

Rätsel

Rätsel: Versuch es selbst. Im Bild sind zwei Aluminiummarkierungen versteckt. Der Holzstab zeigte immerhin die grobe Stelle an.

Gefunden!

Gefunden! Hinweis zum obigen Rätsel: der eine Marker ist in der Mitte des linken Randes. Der zweite befindet sich links oberhalb des Steins mit dem dicken Grasbüschel.

Schritt 8

Schritt 8: erneuere alle Marker und überprüfe die GPS Koordinaten. Es dauerte übrigens einen Tag, um alle 24 Musterstellen aufs Neue zu finden.

Schritt 9

Schritt 9: Komme ein weiteres Mal zurück und zähle alle Pflanzen auf allen Musterstellen. Das Bild zeigt nur ein Quadrat (12 cm x 12 cm) von 16, die zu einer Musterstelle gehören, die eine von drei in einem der 8 Blöcke ist. Da ist klar, wofür die Sommerferien draufgehen. In den meisten anderen Monaten liegt ja Schnee.

Schritt 10

Schritt 10: Identifizieren! Es reicht nicht, die unterschiedlichen Pflanzen zu zählen, sie müssen auch bestimmt werden. Das orange Gewächs auf dem Bild zum Beispiel.

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